Monatsnotiz Mai und Juni 2022

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Diese Monatsnotiz hat die (un)dankbare Aufgabe, auf zwei Monate zurückzublicken.

Lernen

Lernen ist Arbeit und Arbeit ist Lernen. Etwas zu nah an einer Plattitüde als mir lieb ist, aber für die letzten Monate zutreffend. In den letzten acht Wochen habe ich gelernt und, BRD’s gonna BRD, auch Zertifikate eingesammelt. Ich bin nun

Der Reihe nach: Brandschutzhelfer*in werden ist nicht schwer. Die initiale Qualität von Branschutzhelfer*innen liegt darin, sich nicht schnell genug wegzuducken, wenn gefragt wird, wer das denn für den jeweiligen Flur / die Etage mal machen könne. Am WZB folgt daraufhin eine theoretische Schulung durch Externe (in meinem Fall: PowerPoint Karaoke in Zoom) sowie eine praktische Prüfung mit verschiedenen Feuerlöschern. Im Anschluss dann eine Gebäudebegehung, bei der auch der Treppensteiger zum Probeeinsatz kommt. Wer sich für 5-10 Minuten in teils schönen, teils schaurigen Prospektbildern und Demo-Videos verlieren möchte, möge “Treppensteiger” in die Suchmaschine des Vertrauens eingeben.

Certified Scrum Master zu werden, ist etwas aufwendiger. In meinem Fall bestand die Hauptarbeit darin, eine dreitägige Schulung bei Agile.Coach zu besuchen und im Anschluss einen Online-Test zu bestehen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, sich im Selbststudium Wissenswertes und weniger Wissenswertes zu Scrum anzueignen und dann einen etwas anspruchsvolleren Test bei scrum.org zu absolvieren. Der von mir gewählte Weg hat sich als goldrichtig herausgestellt: Guter Workshop mit der Möglichkeit, eigene Vorbehalte und Distanzen zum Thema zu überwinden, Scrum anzuwenden, zu probieren und zu besprechen. Angeleitet von einem merklich qualifizierten und angenehm zielorientiertem Trainer und in einer Gruppe, die in ihrer Zusammensetzung heterogener war als vorab befürchtet.

Ende Juni dann die Weiterbildung zu Camunda und BPMN 2.0. Um am WZB zu einer gemeinsamen Sprache für Prozessbeschreibungen zu kommen, haben wir für eine erste Gruppe von 10-12 Menschen eine interne Schulung organisiert. Auch hier: viel ausprobieren anhand eigener Prozesse, etwas Theorie und viel mehr Praxis. Das war eine gute Mischung und insbesondere das Konzept, relativ früh mit eigenen Prozessen zu arbeiten, kann ich sehr empfehlen.

Die Ausbildung in der systemischen Organisationsberatung ist weiterhin gleichermaßen fordernd und interessant:

Im Mai lag der Fokus auf dem Verstehen von Organisationen. Also nicht die Analyse von Prozesseffizienz, Kennzahlen, Rollenbeschreibungen und Führungsverständnissen. Viel mehr ging es um das Verständnis für die Textur einer Organisation, die Beobachtung von Artefakten und Verhaltensweisen ihrer Mitglieder und die möglichen Rückschlüsse auf ihre Werte und Grundannahmen. Drei vollgepackte Tage mit vielen angerissenen und andiskutierten Theorien, Übungen, Reflexion und etwas Praxis.

Im Juni dann das Augenmerk auf die Frage, wie wir Organisationen in Bewegung versetzen können. Was sich hier bei mir (hoffentlich) festsetzen wird: ein Blick auf die Ressourcen der Organisation, also auf Alles, das dazu beiträgt, dass die Organisation bis zu dem Punkt der Betrachtung ja erfolgreich Bestand hatte. Hier liegen Schlüssel, um Bewegung auszulösen und als interne*r sowie als externe*r Berater*in fällt es dennoch viel leichter, sich auf Ändernswertes zu konzentrieren.

Lehren

Im Mai und Juni hatte ich auch vielfach Gelegenheit, als Lehrender aufzutreten. An der Uni Siegen und der HAW Hamburg habe ich je einen Podcast Workshop vor Ort gegeben. In beiden Fällen mit der Hochschullehre im Blick, an der HAW noch angereichert um den Blick auf Wissenschaftskommunikation. Großer Spaß, denn in beiden Workshops war wieder einmal zu erkennen, dass Podcasts entstehen werden.

So auch in dem Online-Workshop, den ich im Auftrag des Weiterbildungszentrums der FU Berlin für Angehörige von Bibliotheken angeleitet habe. Wenn sich hier auch nur 1-2 Podcasts durchsetzen und trotz organisationaler und budgetärer Einschränkungen das Licht des RSS-Feeds entdecken, steigert das die Freude über einen ohnehin schon vielversprechenden Workshop.

In den letzten Wochen wanderte der Blick auch in das Jahr 2023 und die Programme der Weiterbildungseinrichtungen. There’s more to come.

Am WZB habe ich gemeinsam mit einer geschätzten Kollegin aus der Abteilung Kommunikation einen kurzen Online-Workshop ausprobiert.

Thema: Besser schreiben in der Verwaltung. Die Renovierung und Weiterentwicklung unseres Wissensmanagements hat die Aufmerksamkeit auch in Richtung unserer Texte und Beschreibungen gelenkt. Und das sonst recht ungelenke Thema der Reisekostenabrechnung kann, allein schon wegen seiner Verankerung im BRKG, jede Aufmöbelung gebrauchen. Das erste Feedback war gut und wir müssen nun darauf achten, dass Erlerntes nicht durch Gewohntes verdrängt wird.

Podcasts

Drei kurze Podcast-Empfehlungen habe ich.

Zuerst: Rough Translation von NPR (englischsprachig), und zwar die Sonderserie @Work, in der das Team tiefe Einblicke in die Welt der Arbeit in verschiedenen Kulturen liefert. Vom Scheitern, der Illegalität Angestellte nach Feierabend zu kontaktieren, Lunch-Kultur und Überarbeitung. Große Empfehlung!

Dann: Schwarz Rot Blut, ein Podcast von COSMO, zumindest in meinem Dunstkreis auch schon mehrfach weitergereicht und empfohlen. Nicht abschrecken lassen von dem True Crime Label, der Podcast ist trotzdem gut. Mitreißend ohne reißerisch zu erzählen, gut recherchiert zu einem Thema, das in Deutschland nach wie vor unterbelichtet ist.

Außerdem: Let’s Talk Climate Action! – hier durfte ich im Lauf des letzten Jahres bei der Konzeption und der Produktion rumschlaumeiern und mit dem Team an der Idee des Podcasts arbeiten. Der Trailer ist seit ein paar Wochen online und, wenn ich das richtig sehe (hoffentlich), holt das Team um den Podcast gerade tief Luft um dann einen gut gemachten Podcast zur Klimakrise und ihrem Verhältnis zu public health rauszuhauen.

Stolpersteine

Auf dem Gehweg vor dem Haus, in dem ich wohne, wurden im Juni Stolpersteine verlegt. In einer der Wohnungen meiner Nachbar*innen, vielleicht auch in meiner, wohnte Famile Abrahamsohn.

Fünf Stolpersteine, im Gehweg verlegt, für Mitglieder der Familie Abrahamsohn

Stolpersteine in Berlin Wilmersdorf, Holsteinische Straße

Ich habe es leider nicht geschafft, die Verlegung zu besuchen. Zu kurz vorab kam die Ankündigung. Schön aber war zu beobachten, wie sich direkt im Anschluss an die Verlegung und auch über die folgenden Tage Passant*innen, Kinder mit ihren Eltern teils recht lange von den Stolpersteinen aus dem Tritt bringen ließen, die Steine genauer studierten und sich über sie unterhielten. Zumindest hier wurde das Projektziel also erreicht. Wer einen Online-Stolperstein sucht: das Museum Auschwitz-Birkenau bzw. sein Twitter Account sind eine Folgeempfehlung, die regelmäßig Stolpersteine in meinen Twitter Feed verlegt.

 

Header Image “Unwetter” von Christian Friedrich unter CC-Zero.

Sticker "arte ultras" auf Hauswand

Monatsnotiz April 2022

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Ich bin spät dran. Also starten wir direkt rein:

WZB

Der Start in den April war gleichzeitig das Ende eines Urlaub. Am ersten WZB Arbeitstag dann ein Termin zur Bestandsaufnahme in kleinem Kreis unter voller Ignoranz aller bis dahin eingegangenen E-Mails und Anfragen. Ein Kaltstart also, nachdem ich im Lauf des Urlaubs nicht intensiv an meine Rolle und meine Aufgaben am WZB gedacht hatte, und eine Empfehlung für alle, die ausgeschlafen und wach ihren ersten Arbeitstag nach Abwesenheit nutzen möchten.

Podcasts und Podcast Workshops

Zwei Podcasts sind im April unter meiner Mitwirkung entstanden:

Nach ihrem längeren Gespräch mit Christian Stöcker in Folge 50 von Hamburg hOERt ein HOOU über exponentielles Wachstum und für ein besseres Verständnis von eben diesem habe ich mit Nicola Wessinghage das Gespräch aus unseren jeweiligen Perspektiven in Folge 51 Revue passieren lassen. Wir haben die Nebenschauplätze aus Folge 50 genommen und sie gemeinsam ausgearbeitet. Ob das für Zuhörende hilfreich, verwirrend, interessant oder nichts von alledem war, würde mich interessieren. Feedback gern.

In Episode 52 habe ich mit Fiete Stegers über Fake News und Desinformation im Kontext der Invasion der Ukraine gesprochen. Sein HOOU Lernangebot gibt Lehrkräften und Pädagog:innen einfache Beispiele und Methoden an die Hand, um im Bildungskontexten Desinformation in Social Media zu identifizieren und zu besprechen.

Ein Podcast Workshop hat im März begonnen und im April sein Ende gefunden, ein anderer begann im April und hat im Mai geendet. Teilnehmer:innen aus öffentlichen Bibliotheken haben beim ZBIW der TH Köln an ihren Podcast-Ideen gearbeitet, Grundlagen erlernt und ich wäre überrascht, wenn nicht in 3-4 Monaten neue Podcasts entstanden sein werden. Wie auch in den letzten Workshops mit Teilnehmer:innen aus Bibliotheken und Büchereien war ich beeindruckt von der “Ich mache das jetzt einfach mal” Mentalität der Teilnehmenden. Das Klischee der unbeweglichen, langsamen öffentlichen Einrichtung auf dem Land, die eine Heimat für ebenso unbewegliche Angestellte bietet, sprengen die Teilnehmenden der Podcast Workshops regelmäßig. Gut so.

Ein weiterer Workshop rund um Podcasts in der Hochschule startete im April an der Uni Jena und endete (eigentlich nach Monatsfrist, aber vor Veröffentlichung dieser Monatsnotiz) im Mai. Und auch hier: Themenideen wie gemacht für Podcasts. Gespräche mit krebskranken Patient:innen, die Medizin-Studierenden neue Perspektiven sowie Einblicke und Empathie mit Betroffenen ermöglichen sollen; Interviews mit Lehrkräften aus Thüringen, die sich zu Themen rund um digitale Formate in der Schule vernetzen können; Interviews mit Mathematik-Forscher:innen, die Studierenden die Angst vor dem Finden der ‘richtigen’ Forschungsfrage nehmen und neugierige Blicke auf Forschungsfelder der Mathematik ermöglichen sollen; ein Interview-Podcast für Migrantinnen, der durch Interviews mit Migrantinnen Perspektiven auf die Einwanderung nach Deutschland ermöglichen soll.

Die Workshops zu Podcasts sind inzwischen fast inspirierender als die Podcasts selbst.

Ausbildung

Meine Ausbildung in der systemischen Organisationsberatung ist im April weiter in Tritt gekommen, wenn ich auch noch nach dem ‘richtigen’ Modus suche, um das eigene Lernen zu unterstützen. Die Module finden in Abständen von 4-6 Wochen vor Ort statt, zwischendrin Peer Groups und Projektarbeit. Größte Herausforderungen bisher ist es, Zeit zu finden, in der ich wach und aufmerksam genug bin, um konzentriert Texte zu lesen. Also übliche Probleme und Tipps mit ihnen umzugehen sind jederzeit willkommen.

Misc

Ich habe den Newsletter von Laura Hilliger für mich wiederentdeckt. Ich abonniere ihn seit einiger Zeit und der Humor, das offene Selbstzweifeln, die klugen Gedanken und unterhaltsamen Links sind eine solide Mischung für einen guten Start in ein Wochenende.

Neue Folgen kommen wohl bald, bis dahin tut es vielleicht das Archiv: Der ganz formale Wahnsinn führt in Themen und Kontroversen rund um Organisationen und Zusammenarbeit ein und mir gefällt die Mischung aus Academia, Praxis und angedeuteter Polemik.

Header Image: arte ultras, Christian Friedrich lizenziert unter CC Zero

Monatsnotiz März 2022

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Die Häfte des März 2022 habe ich im Urlaub von meiner Arbeit am WZB verbracht, teils im Erholguns- und teils im Bildungsurlaub. Aber es gibt auch anderes zu berichten:

Podcasting

Für Hamburg hOERt ein HOOU habe ich mit René Danz und Jennifer Pohlmann besprochen, wie Bildung, Open Educational Resources und Nachhaltigkeit zusammenhängen in ihrer Arbeit zusammenhängen.

Das Feierabendbier Open Education hat mal wieder Aufmerksamkeit von Markus Deimann und mir bekommen. Anlass war das Buch “Träge Transformation” von Sascha Friesike und Johanna Sprondel, für das ich hier eine dicke Leseempfehlung aussprechen möchte. Wir besprechen das Buch Kapitel für Kapitel. Die Folge ist hier und überall, wo es Podcasts gibt, zu finden. Feedback und Anregungen sind sehr willkommen, Weiterempfehlungen ebenso.

Ich war auch mal wieder in einem Podcast zu Gast: Elisabeth Barkov hat ihre Masterarbeit dem Thema Podcasts in der Hochschulbildung gewidmet und im Zuge ihrer Thesis auch einen eigenen Podcast produziert, hier zu finden. In “Educasting – Podcasts in der Hochschulbildung” spricht sie mit Gäst:innen über ihre Haltungen und Erfahrungen zum Thema Podcasts, auch in der Verknüpfung mit Hochschule und Hochschullehre. Besonders empfehlen kann ich ihr Gespräch mit Ronny Röwert, der Podcasts als Medium für Lehre und Lernen sehr schön einordnet.

Podcastempfehlungen und eine Leseempfehlung

Schon zum zweiten Mal in Folge in meinem Empfehlungen ist 99% Invisible zu finden: in “The Future of the Final Mile” wird das in Deutschland nicht unbekannte Problem der unzureichenden Internetanbindung, insb. auf der letzten Meile, beschrieben. Natürlich geht es auch um kreative Designs, um dem Problem der schlechten Anbindung zu begegnen, nicht ohne Fragen der Benachteiligung ohnehin schon benachteiligter Gruppen auszulassen.

Eine zweite Empehlung: der Podcast Denkangebot von Katharina Nocun. Gleich zwei Folgen kamen im März im Podcatcher an und insbesondere das Gespräch mit Josef Holnburger über Verschwörungsglaube, Corona-Leugnung und Putin-Verehrung ist sehr hilfreich als Raster, um aktuelle Lagen und Situationen einzuordnen und zu bewerten. Die Folge zu Faktenchecks mit Uschi Jonas liefert in Ergänzung viel praktischere Einblicke in die Arbeit gegen Desinformation.

Radiolab hat mit der Folge “The Right Stuff” Argumente für behinderte Menschen als Astronaut:innen gesammelt, mit Forschenden zum Thema gesprochen und sie bei Praxisversuchen begleitet. Hörenswert für alle, die sich mit Fragen des Designs von Umwelt und ihrer Zugänglichkeit befassen.

Geschichten aus der Geschichte ist es mit der letzten Folge “Tauben, die Raketen steuern und Kybernetik” gelungen, Einblicke in die Kybernetik, den Behaviorismus, krude Militärtechnik und das Aussterben der Wandertaube zu liefern. Insbesondere denen, die sich für B.F. Skinners Geschichte und seinen Impact auf (digitalisierte) Bildung interessieren, sei hier dann auch gleich Audrey Watters’ Buch Teaching Machines dringend empfohlen.

Die Leseempfehlung: The future of work: the problem with millennial productivity books ist eine schöne Einordung der Literatur zu Selbstoptimisierung, Produktivitätssteigerung und ihrer Grenzen. Im Ganzen lesenswert.

Ausbildung: Systemische Organisationsberatung

Im März habe ich nun endlich auch die schon lange geplante Ausbildung in der systemischen Organisationsberatung beginnen können. Der Auftakt bestand in einem ausführlichen Kennenlernen der Gruppe von Teilnehmenden, die gemeinsam die nächsten 15 Module bis Sommer 2023 durchlaufen werden. Grundlagen der Systemtheorie, erste Erfahrungen in Beratungsgesprächen und eine gute Stimmung, getragen von guter Laune bei gleichzeitiger Ernsthaftigkeit und gegenseitigem Vertrauen machen Lust auf die kommenden Monate und Module.

Learnings bisher: ein System ist immer in seinem bestmöglichen Zustand. Und die Unterscheidung zwischen Beratungs-, Klienten- und Beratersystem ist zwingend.

 

Header Image: Cretto di Burri, Christian Friedrich, lizenziert unter CC Zero, aufgenommen in Cretto di Burri

 

 

Monatsnotiz Februar 2022

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Diese Monatsnotiz fällt schwer. Noch vor vier Wochen haben wenige die Bedrohung eines Überfalls von Russland in der Ukraine ernstgenommen. Manche Reaktionen machen Mut, die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme, die demostrierte Geschlossenheit. Andere Reaktionen schrecken ab: die Unterscheidung flüchtender Menschen in “gute” und “schlechte” Geflüchtete. Dass über Nacht 100.000.000.000 Euro für die Bundeswehr gefunden werden, aber um 1,5 Milliarden für Pflegekräfte über ein Jahr lang gestritten werden musste. Während Hartz 4 weiterhin Leben in Armut bedeutet. Was wichtig ist, zeigt sich in der Krise. Orientierung gegeben hat mir diese Liste von Mischa Gabowitsch mit Dingen, die man tun kann.

Podcasting

Genau eine Aufzeichnung stand in diesem Monat an: im Rahmen der Projektwoche Nachhaltigkeit der HAW Hamburg habe ich mit Jennifer Pohlmann und René Danz über die Zusammenhänge von Open Educational Resources, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Nachhaltigkeit gesprochen. Anfang März im Podcast zu finden und Feedback interessiert mich sehr.

Eine Zeit lang habe ich mehr oder weniger systematisch im Blog beschrieben, welche Podcasts ich selbst höre – mal in den Monatsnotizen, mal als einzelner Blog Post. In diesem Monat haben unter anderem diese Podcast Episoden einen Eindruck hinterlassen:

Chaosradio (CR275): Digitale Barrierefreiheit

Begriffe wie Barrierefreiheit oder Barrierearmut fallen regelmäßig, wenn es um das Design von Websites oder Apps geht. Seltener nehmen sich nach meiner Erfahrung die Beteiligten die Zeit, Barrierefreiheit by design mitzudenken, ähnlich verhält es sich bei Entscheidungen im Bezug von Software. Warum Barrierefreiheit wichtig ist und mit mehr Elan verfolgt werden kann und sollte, rollt diese Folge des Chaosradio schön aus. Eine Hörempfehlung für alle, die einen Zugang zum Thema suchen.

https://chaosradio.de/275-digitale-barrierefreiheit

99% Invisible: Reaction Offices and the Future of Work

Erzählungen von New Work oder der Zukunft der Arbeit erwecken oft den Eindruck, man habe sich vor dem einen TED Talk, Podcast oder Vortrag nie wirklich Gedanken über die Bedingungen von Büro- und Wissensarbeit gemacht. Dass Architektur und Gestaltung von Büros und Arbeitsplätzen die Art der Zusammenarbeit und Kommunikation beeinflussen und oft auch vorgeben, ist nicht neu und diese Episode setzt viele Ideen der Bürogestaltung aus Vergangenheit in Beziehung zueinander. Und, wie immer bei 99% Invisible, mit einer wunderbar illustrierenden Website.

https://99percentinvisible.org/episode/reaction-offices-and-the-future-of-work/

Meet the Education Researcher: Automated surveillance in education (Chris Gilliard)

Wer die Arbeit von Chris Gilliard zu Überwachung mit Technologie in Bildungskontexten schon kennt, wird in diesem Gespräch nicht viel neues finden. Wer sie noch nicht kennt, findet in seinem Gespräch mit Neil Selwyn sicher verfolgenswerte Gedankenanstöße.

https://soundcloud.com/eetheducationesearcher/automated-surveillance-in-education-chris-gilliard

Golineh Atai – Die Ukraine und der Urknall des Postfaktischen

Dieser Podcast ist noch vor der russischen Invasion in der Ukraine auf dieser Liste gelandet. Jagoda Marinic spricht mit Golineh Atai über ihre Arbeit als Auslandskorrespondentin, auch mit Blick auf ihren Umgang als Journalistin mit strategischer Desinformation. Ich habe viel mitgenommen.

https://www.hr2.de/podcasts/freiheit_deluxe/golineh-atai–die-ukraine-und-der-urknall-des-postfaktischen,podcast-episode-98464.html

Neue eigene Website

Nach langem Hin und Her und mit Unterstützung habe ich im Februar meine neue Website an den Start gebracht. Ein Re-Design war lange nötig: In den letzten Jahren hat sich viel verändert, auch in meinem beruflichen Portfolio, und die bisherige Struktur passte da nicht mehr so ganz. Nun habe ich also mit blog.christianfriedrich.org einen Ort für die Blogbeiträge und mit christianfriedrich.org eine neue Heimat für den ganzen Rest. Feedback, Hinweise auf Typos und zerstörte Links jederzeit gern.

 

Header Image: Darß 2022, Christian Friedrich, CC Zero

Monatsnotiz Januar 2022

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Podcasts und Podcast Workshops

Eine neue Folge Hamburg hOERt ein HOOU hat ihren Weg zu ihren Zuhörer:innen gefunden: Andrea Schlotfeldt, Julia Zwick und Phuong Nguyen haben über das Projekt OER FAQ gesprochen. Was freie Bildungsmaterialien sind, was bei ihrer Ausarbeitung und Verwendung zu beachten ist und weshalb OER überhaupt wichtig sind, haben Sie auf der Projektwebsite beantwortet.

Die Vorbereitungen für eine #afterwOERk Live Podcast-Aufzeichnung im Februar laufen und weil ich mal wieder mit der Monatsnotiz spät dran bin, kann ich hier auch gleich darauf hinweisen:

Wer am 24.02. um 17 Uhr Lust hat, bei einem Live Podcast zum Thema Freie Bildungsmaterialien und Nachhaltigkeit dabei zu sein, hier entlang. Die Zoom Details sind direkt im Programm zu finden.

Einen Podcasting Workshop habe ich für Mitarbeitende in öffentlichen Bibliotheken angeboten. Zwei Termine mit gut drei Stunden plus Freiraum, in den Tagen zwischen den beiden Terminen eigene Podastkonzepte zu entwickeln und diese im zweiten Termin zu besprechen, Feedback einzusammeln und weiterzumachen. Ich bin fast sicher, dass 2-3 Podcasts daraus entstehen werden, das macht Laune.

Im März folgen zwei weitere Podcast Workshops, in einem der beiden sind noch Plätze frei.

WZB

Meine Arbeitszeit am WZB habe ich mit Beginn des Jahres auf 80 Prozent reduziert. Nicht, weil dort wenig zu tun wäre, sondern weil ich ab März eine intensivere Ausbildung antrete, die die verbleibenden 20 Prozent sehr gut füllen wird. Mehr dazu im März.

Davon abgesehen: viel Dokumentenmanagement und damit auch viel Arbeit an Prozessen, Abstimmung und Überlegung, wie wir in den nicht-wissenschaftlichen Bereichen am WZB arbeiten möchten. Parallel bereiten wir ein neues Format vor, dass es einfacher macht, sich Zeit zum Lernen und Ausprobieren zu nehmen. Sobald es so weit ist, hier mehr dazu.

 

Das war es auch schon. Ein langer Monat, in dem Corona-und Jahreszeit-bedingt nicht viel berichtenswertes geschehen ist. Das wird sich im Lauf des Jahres mit Sicherheit ändern.

Beitragsbild von Christopher Michel creator QS:P170,Q5112871, Penguin in Antarctica jumping out of the water, CC BY 2.0

Monatsnotiz Dezember 2021

Die Monatsnotiz für Dezember ist eine Jahresnotiz geworden. Die regelmäßigen Rückblicke zum Monatsende haben in diesem Jahr noch besser geholfen zurückzublicken und Struktur zu geben, vermutlich auch weil Zeiträume des letzten Jahres verwischen und miteinander verschwimmen.

In dieser Notiz habe ich nun versucht, Bleibendes aus den Monaten festzuhalten. Das Lesen kann sich für Menschen, die nicht ich sind, als mühsam herausstellen. Umso größer der Dank für Feedback, Nachfragen oder das Teilen eigener Erfahrungen zu den angesprochenen Themen. Continue reading →

Owl, watching in the dark

Monatsnotiz November 2021

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Die letzten Monatsnotizen sind mir schwergefallen. Nicht, weil ich ungern auf den Monat zurückblicke, sortiere und aufräume. Das ist nach wie vor, auch nach nun fast drei Jahren, ein liebgewonnenes Ritual. Es kann daran liegen, dass mir die Nachrichten- und Weltlage zusehends auf die Laune und das Wohlbefinden schlägt.

Die quälend teigige, frustrierende Situation einer Pandemie, in der wenige Faktenleugner:innen mit rücksichtslosem Verhalten, ausgerichtet an einer vollkommen falsch verstandenen Idee individueller Freiheit, die Gesellschaft und insbesondere ihre schwächsten Mitglieder in Geiselhaft nimmt, ist das Eine. Das Andere ist die Gewöhnung daran. Über das Erlebte legt sich ein Schleier aus Wut und Müdigkeit, Taubheit. Mein eigener Wille, Rücksicht auf Schwurbler zu nehmen, sinkt auf ein Minimalniveau.

Vielleicht macht es das schwer, auf einen Monat zurückzublicken und nicht zu verdrängen. Und ehrlich gesagt habe ich im Verhältnis zu vielen anderen wenig Auswirkungen der Pandemie abbekommen: Sicherer Job. Wenige Angehörige und Freunde, die Risikogruppen zuzurechnen wären. Keine Kinder, die ich neben meiner Arbeit zu Hause unterrichten und betreuen muss. Keine Verantwortung dafür, dass andere ihren Job als Lebensgrundlage behalten.

Nun aber los mit der Monatsnotiz.

Podcasting

Zwei Podcasting Workshops standen im November an. Einmal organisiert durch das Weiterbildungszentrum der FU Berlin und mit Teilnehmenden aus Büchereien und Bibliotheken und einmal organisiert von der HOOU@HAW. Eine Podcastaufzeichnung stand ebenso an und das Ergebnis wird dann im Januar zu hören sein.

Veranstaltungen

Dass University Future Festival fand Anfang November online und auf dem EUREF Campus in Berlin Schöneberg statt. Ich hätte gern mehr gesehen und mitgenommen, hätte aber sehr viel konsequenter darin sein müssen, mir die Zeit zu nehmen. Und wenn ich hier auch übergeneralisieren mag, schien es doch so, als würden alte Diskurse immer wieder aufgewärmt. Personalisierung von Lernen mit Technologie, KI, die Frage nach der Daseinsberechtigung der Hochschule und ob EdTech wirklich die Bildung rettet. Come on. Gefreut hat mich, dass es auch Fragen nach studentischen Partizipation, nach Barrierefreiheit und Rassismus in der Hochschule ins Programm geschafft haben.

Ebenso Anfang November fand die Veranstaltung “digital+souverän” in der Landesvertretung Schleswig-Holstein statt. Natürlich musste hier jedes Buzzword herhalten, aber immerhin hat sich jeder Redner zu Beginn seines Talks in einem begrifflichen Annäherungsversuch daran gemacht, sein Verständnis digitaler Souveränität zu bestimmen. Nicht immer konsistent, aber immerhin. Leider kein einziger Beitrag einer nicht-männlichen Person, abgesehen von der Moderation durch Geraldine de Bastion, auch das Publikum bestand zu mindestens 85 Prozent aus Männern.

Interessant war es dennoch, wenn auch nicht gleichermaßen durch die Bank. Die Open Source Strategie des Landes Schleswig-Holstein mit dem Ziel, bis 2025 alle ca. 25.000 Verwaltungsarbeitsplätze mit Open Source Infrastruktur und Software auszustatten, hat mich als ungewöhnlich gut durchdacht wirkendes digitalpolitisches Projekt beeindruckt. Alle Vorträge hier bei Steffen Voß im Blog.

Domain of One’s Own

Katharina Schulz und ich wurden anlässlich des Abschlusses unseres HOOU Projekts befragt, nachzulesen hier. Für das anstehende OERcamp global haben wir eine weitere Abschluss-Session geplant, die kurz vor der Einreichung steht.

WZB

Die Arbeit an einem Wissensmanagement für das WZB hat sich in den letzten Wochen wieder intensiviert, denn im Dezember steht die Entscheidung an, ob wir mit unserem ersten Konzept so viel Anklang im Haus finden, dass wir es auch iterativ umsetzen dürfen. Daumen drücken also, Ende Dezember weiß ich hoffentlich mehr.

Zurückstecken musste dafür das Projekt, das sich mit Dokumentenmanagement befasst. Aber ein Re-Start steht an. Insgesamt war der November ein Monat, in dem vermeintlich kleine Fragen viel Zeit einnahmen. Und kaum eine davon ist tauglich, ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt zu werden. Vielleicht muss das erst eine Halbwertszeit abwarten.

 

Beitragsbild von Des Récits via unsplash.

Monatsnotiz Oktober 2021

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Der Monat begann mit Urlaub. Entsprechend kürzer die Liste der Dinge, an denen ich gearbeitet habe.

Podcasting

Ich habe mit Adelheid Iken und Yeliz Yildirim-Krannig für https://www.hoou.de/blog/episodes/hamburg-hoert-ein-hoou-arbeit-in-virtuellen-teams über ihr Projekt zur Arbeit in virtuellen Teams gesprochen. Relevanter als in den letzten 18 Monaten kann das Thema kaum sein und die Erkenntnisse, die viele hoffentlich gemacht haben, systematisieren und kontextualisieren sie sehr schön. Wer sich für mehr von den beiden interessiert: Die Arbeit zu virtuellen Team ist stark verknüpft mit dem Schwesterprojekt zu Interkulturalität, auch darüber haben wir in einer früheren Episode gesprochen.

WZB

Meine Arbeit am WZB hat sich im letzten Monat stark auf Fragen eines Dokumenten Management Systems konzentriert. Anforderungen, Prozessoptimierung und die organisationalen Veränderungen, die wir so ermöglichen, machen die ja an sich recht trockene Frage, wie wir interne Prozesse abbilden, recht interessant.

Parallel nehmen Dinge Form an, die seit Monaten in Arbeit waren: wir führen einen Service ein, der Smartphones und Tablets inklusive Wartung und Austauschservice in der Miete anbietet. So werden Smartphones nach ihrem Einsatz im WZB weiterverwertet, wir haben stets aktuelle Geräte im Einsatz und sparen uns Teile der Verwaltung einer Geräteklasse, die sich am WZB erst jetzt in der Breite etabliert.

Seit Jahren habe ich in diesem Monat auch meine erste formale Schulung besucht und mit der ITIL 4 Foundation etwas über IT Service Management mitgenommen. Kurzfazit: zumindest die Vokabeln und Konzepte werden helfen, am WZB eine gemeinsame Sprache zum IT Management zu finden und so Strategien und Konzepte zu entwickeln.

Privates

Der Urlaub hat auch die erste Flugreise seit Jahren beinhaltet. Wie viele andere auch stehe ich zusehends bewusster vor der Entscheidung, ob es den Flug wirklich braucht. Eine der Möglichkeiten, das eigene Gewissen zu beruhigen, sind verschiedene Arten des CO2 Ausgleichs und nach ein wenig Recherche habe ich mich entschieden, mit einer Unterstützung von Compensators den Kauf von CO2 Zertifikaten zu ermöglichen. Mit einem CO2 Rechner lässt sich der Ausstoß pro Person und Flug gut berechnen, die Entsprechung in Zertifikaten dann bezahlen und zumindest ein Teil der durch den Flug entstehenden Belastung ist mittelbar kompensiert.

Mit Markus Deimann war ich am letzten möglichen Tag im sonst eigentlich geschlossenen ICC in Berlin. The Sun Machine is Coming Down hat das Kongresszentrum interessant erschlossen, für mich auch der erste Besuch in den Hallen des ICC. Es mag am ausklingenden Programm gelegen haben, aber den bleibenderen Eindruck hat eher die Architektur und der Stil als das Kunstprogramm hinterlassen. Das Titelbild deutet das vielleicht an. Alle Bilder (wie alles hier im Blog) unter CC-BY 4.0

Monatsnotiz August & September 2021

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Premiere: Zum Ende des August fiel es schwer, eine Montasnotiz ins Internet zu meißeln. Dafür nun gleich zwei Monate in einer Notiz.

Podcasting und Podcast Workshops

Mit Lehrenden der Uni Köln habe ich in einem zweiteiligen Workshop zu Podcasts in der Hochschule gearbeitet. Aus Geschichts- und Gesundheitswissenschaften, Lehrkräftebildung und Literaturwissenschaft haben Lehrende mit Ideen und Fragen das Thema Podcasts angesteuert und wenn sich 2-3 Ideen durchsetzen und zu Projekten werden, wäre ich nicht überrascht. Der Reifegrad an Ideen in diesen Workshops scheint nach und nach zuzunehmen und die Anzahl derer, die einen Podcast Workshop besuchen, ohne selbst jemals Podcasts gehört zu haben, nimmt ab. Gefunden und gebucht wurde ich im Portal der “Flying Experts” der Digitalen Hochschule NRW.

Mit Yeliz Yildirim-Krannig und Adelheid Iken hatte ich schon im Jahr 2019 über ihr Projekt Eduboxes für Hamburg hOERt ein HOOU gesprochen. Im September diesen Jahres hatte ich beide im Rahmen des #afterwOERk wieder an den Mikrofonen, diesmal live mit Publikum und auf Distanz. Inhaltlich baut das Projekt “Virtual Intercultural Teams”, das wir besprochen haben, auf den Eduboxes auf. Im Podcast taucht das Gespräch dann Anfang Oktober auf.

Gemeinsam mit dem Team der HOOU an der HAW und meiner Ko-Moderatorin Nicola Wessinghage habe ich mir auch Gedanken über kommende Möglichkeiten und Formate des Podcasts gemacht. Ein paar schöne Ideen sind entstanden, die wir im Lauf des kommenden Jahres austesten möchten.

WZB

Während manche Kolleg:innen im Sommerurlaub waren, haben wir am WZB weiter an der Abstimmung der Digitalstrategie gearbeitet und sie nun in einem weiteren Kreis innerhalb des WZB geteilt. Die abzuleitenden Maßnahmen lassen sich konkreter planen und Zug um Zug konkretisieren sich Gespräche und Diskussionen dazu. Gleichzeitig zeigen sich gestiegene Erwartungshaltungen an die Maßnahmen, die wir getroffen haben, und dem neuen Anspruch an Tools und Software zu folgen, ist in den gegebenen Strukturen nicht einfach. Gerade im Sommer hat sich gezeigt, dass das WZB noch ein langes Stück Weg vor sich hat. Aber natürlich hilft es auch, rauszuzoomen und zu erkennen, was sich in den letzten 12 Monaten schon bewegt hat.

Etappen auf dem Weg sind das Wissens- und das Dokumentenmanagement. Bei beidem dreht es sich eher um organisationales Wissen und Prozesse als um die Ermöglichung neuer wissenschaftlicher Arbeit. Kommunikationswege und Abläufe, Dokumentation, Erreichbarkeit und Zugänglichkeit von Wissen und die Ermöglichung mobiler Arbeit in einer Organisation, die an vielen Stellen noch sehr papierlastig ist, stehen im Mittelpunkt.

Privates

Zwei Filme kann ich empfehlen: Die Unbeugsamen mit einer westdeutschen Perspektive auf die Rolle von Frauen im Bundetag und Promising Young Woman, in dem Carey Mulligan als Cassandra eine eigene Art von Rache für den Tod ihrer College-Freundin verfolgt.

Ich war auch wieder beim Fußball und freunde mich langsam mit dem Gedanken an, öfter die Heimspiele von TeBe aufzusuchen. Bei einem der Heimspiele wurde ich auf die von TeBe geplante Aktion aufmerksam, Trikotwerbung für CURA – Opferfonds rechte Gewalt der Amadeu Antonio Stiftung zu tragen. Der Fußballverband lehnte dies ab, hier ein schneller Hintergrund dazu im Checkpoint des Tagesspiegel. Darauhin kam es zu dieser Unterstützungsaktion und unter den Spender:innen wurden die Shirts mit den Namen von je einem der Todesopfer rechter Gewalt in Berlin verlost. Ich schreibe davon, weil ich das a) für eine tiptop Reaktion auf die dumpfe Haltung des Verbands halte, der sich auch anderen Vereinen in den Weg stellt, die Anti-Diskriminierung auf dem Zettel haben, ich entsprechend b) natürlich gespendet habe und neben der jährlichen Spende an die Amadeu Antonio Stiftung etwas überwiesen habe und dann c) auch noch unter den Gewinner:innen war. So kommt es auch zum Beitragsbild dieser Monatsnotiz. Der Name auf meinem Shirt aus der Verlosung ist Mete Ekşi, hier zumindest eine kurze Zusammenfassung der Tötung von Mete Ekşi bei Wikipedia, hier mehr auf den Seiten der Stiftung.

Monatsnotiz Juli 2021

Monatsnotiz (Substantiv, feminin): eine kurze monatliche Zusammenfassung der Dinge, an denen ich arbeite.

Das ging fix. Das war der Juli. Starten wir direkt.

Podcasting und Podcast Workshops

Podcasts gehen oft in Sommerpause. Gleiches gilt für Podcasting Workshops. Eine Podcast-Episode hat das Nest verlassen: im Juni aufgezeichnet (und schon in der letzten Monatsnotiz erwähnt) und am 15. Juli veröffentlicht, habe ich mit Katrin Konrad und Maike Timmermann vom F3_kollektiv über ihre Perspektiven auf machtkritische Bildung und Digitales gesprochen.

Hamburg hOERt ein HOOU war davon ab in der Sommerpause und bleibt da auch noch einen kurzen Moment. Das Feierabendbier schläft nicht, es ruht nur. Im Spätsommer geht es sicher wieder vorwärts.

WZB

Im WZB war der Juli geprägt von Überlegungen zu mobilen Endgeräten und vernünftigen Wegen, diese zu beziehen und zu warten. Alles dabei von Mobile Device Management, Miete, Wartung, Kauf und Versicherung. Und natürlich die Hoffnung, dennoch arbeitsfähige und gern genutzte Hardware bereitzustellen.

Auch im Juli: Vorbereitungen für ein noch zu definierendes Dokumentenmanagementsystem. Wir haben nun einen Prozess für die Initialisierung und Bedarfsanaylse, aber auch die interne Beteiligung auf dem Weg bis zur Einführung eines Systems. Parallel haben unsere Überlegungen zu Wissensmanagement weiter Form angenommen. Letzte Tests mit verschiedenen Tools und dann starten wir auch hier in die Pilotierung.

Der zuletzt erwähnte Online-Kurs “Nextcloud Basics” läuft an und erfreut sich einiger Beliebtheit. Es könnte mehr sein, aber ich schiebe das zunächst auf den Urlaub und hoffe, die Kolleg:innen können mit dem Angebot etwas anfangen.

Ein paar ruhige Momente habe ich auch genutzt, Obsidian als Notiz-Tool anzusehen. Ich habe bisher schon Notizen in Markdown gemacht, da kommt ein Tool wie Obsidian, das Markdown Notizen lokal speichert und zueinander in Beziehnung setzt, gerade richtig. Mal schauen, wie ich es in Workflows integrieren kann.

Privates

Ich habe versucht, bei der Arbeit kürzer zu treten und dafür Privates ab und an die Oberhand gewinnen zu lassen. Ich war im Freiluftkino und kann Der Rausch empfehlen.

Seit ich in Berlin lebe, kommt der Besuch von Fußballplätzen und -Stadien zu kurz, was nur in Teilen an mir liegt. Nun war ich schon zum zweiten Mal bei TeBe und akzeptiere es zunächst als Ersatz für Altona 93. Auch wegen solcher Aktionen, hier noch mehr dazu von der Amadeu Antonio Stiftung. Rassismus im Fußball (und jenseits davon), ist den Verbänden dann vielleicht doch nicht so wichtig wie Image-Kampagnen manche glauben lassen.

Ein wenig Bildung fand auch statt im Juli: auf Empfehlung von Markus Deimann (genauer: nach Lektüre seiner Monatsnotiz) war ich im HKW bei der Ausstellung Bildungsschock und habe wieder einmal vor Augen geführt bekommen, wie wiederholend austauschbar die Debatten um Digitales in der Bildung sind.

All das wurde unter anderem durch meine zweite Impfung gegen COVID-19 möglich. Nach Astra in der ersten Runde durfte ich mich in der zweiten Runde für Biontech anstellen.

 

Header Image: Christian Friedrich – Bedieneinheit BAKKALAUREUS, CC Zero